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Nisthilfe für Turmfalken

Schon lange gab es auf Combe Prunde Turmfalken. Diese erfreuen sich vor allem an den unzähligen Feldmäusen auf den grossen Weideflächen der Nachbarin und rund um unseren Garten und Hangar eingangs von Combe Prunde.

Im 2021 beobachteten wir mehrfach, dass einer oder zwei Falken aus unserem Hangar geflogen kamen, wo wir unsere Maschinen eingestellt haben. Es war nicht so, dass sie dort genistet haben, aber sie suchten vermutlich zeitweise Schutz vor Sonne oder Regen.



Die Turmfalken sind leider wie viele Vögel von Wohnungsmangel betroffen, da heute die Menschen die Scheunen und Speicher komplett abdichten und keine Nischen oder gar Löcher mehr in den Fassaden wollen. Hohe Gebäude wie Kirchtürme, Wassertürme oder Silos werden leider oft so konstruiert oder saniert, dass die Falken keine Nistmöglichkeiten mehr haben.

Turmfalken sind sehr wählerisch bezüglich ihrer Nester. Allem voran muss das Nest vor Fressfeinden sicher sein. Mindestens 4 m über Boden und von keiner Seite für Marder, welche ausserordentlich gute Kletterer sind, zugänglich.


Ich finde es ein Geschenk, Turmfalken bei uns zu haben. Der Turmfalke ist zwar kleiner als Bussarde und Milane, aber er ist ein imposanter und wunderschöner Vogel und was noch viel wichtiger ist, ein ausdauernder Jäger, welcher die Feldmäuse im Garten und auf der Weide dezimiert.


Das Ziel ist es also, dem Turmfalken das Leben auf Combe Prunde möglichst schmackhaft zu machen!

Dies erreicht man am besten, wenn man ihm den "Arbeitsweg" verkürzt. So kam ich auf die Idee für unseren Hangar eine Falken-Nisthilfe zu bauen.


Im Internet gibt es viele verschiedene Bauanleitungen für die Nisthilfen. Ich verwendete diejenigen, die mir am sinnvollsten erschienen und zeichnete daraus eine eigene Version der Nisthilfe. Es ist eine Nisthilfe für die Montage an der Fassade. Leider war es aufgrund der Dachkonstruktion im Hangar nicht möglich, einen Falkenkasten hinter einer Öffnung in der Fassade zu montieren.


Auf was habe ich besonders geachtet:

  • Grosses Vordach als Schutz gegen Regen

  • Die Seitenwände gegen vorne etwas mehr überstehen lassen, damit Regen von der Seite nicht direkt ins Nest eindringt.

  • Trotz der hohen Wetterfestigkeit keinen PU-Leim verwendet, da dieser ziemlich giftig ist. Alles ist zusätzlich zum Verleimen mit D3 Weissleim fest verschraubt. Mal sehen ob's hält!

  • Zusätzliche Abdichtung des Daches mit galvanisiertem Stahlblech.

  • Sehr stabile Aufhängung, da die Schneelasten bei uns relevant sein können.

  • Anfluggestänge und Kante am Eingang mit abgerundeten Kanthölzern 2.5 - 3cm, damit sich die Falken gut festhalten können.


Für den Bau der Nisthilfe verwendete ich Restholz (Douglasie) von unserem Projekt "Neues Dach für das kleine Blockhaus".


Hier ein paar Bilder von der Entstehung:


Die fertige Nisthilfe:




Und hier Bilder zur Montage und zur fertig montierten Nisthilfe:


Es reichte gerade noch mit der Montage, bevor die dunklen Wolken sich entleerten!



Rund um den Hangar gibt es 20ha Weideland mit Mengen von Feldmäusen, die sich die Falken jedoch mit Füchsen, Mardern und Hermelinen und natürlich anderen Raubvögeln teilen müssen!


Nun gilt es abzuwarten. Vielleicht beschert uns die Nisthilfe schon nächstes Jahr junge Falken!



Bereits in der Schweiz in unserem Bauernhaus habe ich einen Falkennistplatz gebaut, welcher dann auch fleissig genutzt wurde. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, die Falken so nahe erleben zu dürfen. Als Nistplatz baute in in der Schweiz eine Kiste mit einer Öffnung, die ich auf 9m Höhe hinter die Stotzwand hängte. Eine optimale Variante bezüglich Höhe und bezüglich Schutz, da die Kiste nicht im Freien hing.


In der folgenden Galerie ein paar Bilder vom Falkennistplatz in der Schweiz:


Und natürlich ein paar Bilder von den Falken!