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  • Urs

Wie kamen wir zu unseren Bienen

Combe Prunde ist ein Paradis für Bienen. Hunderte von Weiden, Faulbaum- und Weissdorn-Büschen, Wiesen mit vielen Blumen und wildem Thymian, Bachufer mit Weideröschen und Disteln und tausende Quadratmeter Heidelandschaft. Letztere bietet den Bienen bis weit in den September Futter, was in den meisten Regionen ein Wunschtraum bleibt.

Hier ein paar Bilder von den Bienenweiden durchs Jahr:


Nur stellten wir bald fest, dass wir im Frühling gar keine Bienen auf unseren Pflanzen hatten und im Sommer nur einige wenige. Nun, für unseren Obstgarten wäre dies ein grosses Problem, denn die Bestäubung nur durch Wildbienen würde vermutlich nicht ausreichen.

Für den Imker im Dorf war unser Gelände zu wenig zugänglich und so haben wir uns entschieden, uns im Winter 2019/2020 selber in das Thema einzulesen.


Im Frühling 2020 bestellten wir einige Warré-Bienenhäuser (mehr dazu hier) und das Nötigste für die Betreuung der Bienen und das Einfangen der Schwärme. Die Bienenhäuser wurden im Mai geliefert und in unserer Werkstatt zusammengeschraubt. Gilles Denis liefert nur die Holz-Komponenten, verschrauben muss man diese selber. Aber 67 Euro für ein Warré-Bienenhaus aus 2 Elementen sowie Boden und Dach ist ok!


Die Schutzjacke, die Schwarmkiste und etwas Kleinmaterial war noch nicht angekommen, als wir beim Aufstellen des Mobilzauns einen Bienenschwarm in einer Kiefer summen hörten.

Das war die Chance! Wir haben die Arbeit abgebrochen, die Leiter und eine Kartonschachtel geholt und versucht, das gelesene Wissen abzurufen. Ein wenig mulmig war mir schon zu mute, als ich mit der Kartonschachtel in der Hand auf die Leiter stieg, diese unter den Ast mit der Bienentraube hielt und die Bienen mit einem kräftigen Ruck in den Karton beförderte. Aber ich hatte ja gelesen, dass Bienen beim Schwärmen sehr friedlich sind, was sich mindestens bei diesem Schwarm auch so zeigte (ich kam ohne Stich davon!).

Nun, natürlich landen nicht alle Bienen im Karton und einige hundert fliegen auf und legen einen Zahn zu beim rumfliegen! Ich machte, dass ich von der Leiter kam, stellte dem Karton auf den Boden, verschloss ihn und machte ein paar Luftlöcher und ein etwas grösseres Flugloch. Die Königin jedenfalls habe ich erwischt, denn die restlichen Bienen schlüpften binnen zwei Stunden auch noch durch das Flugloch in den Karton zur Königin.



Bienen, die schwärmen füllen sich vor dem Abflug den Magen mit Honig, so dass sie mehrere Tage ohne Futter auskommen. Dadurch ist es möglich, die Bienen zum "Abkühlen" ein bis zwei Tage in den Keller zu stellen, bevor sie ihr künftiges Zuhause beziehen. Heute weiss ich, dass diese Massnahme bei Naturschwärmen nicht nötig ist. Hier war ich froh, dass meine Schutzjacke auf dem Postweg unterwegs war.


Die Jacke kam tatsächlich einen Tag danach an und ich war bereit, die Bienen in ihr neues Zuhause einziehen zu lassen. Das Bienenhaus stand schon bereit, auf zwei Zementsteinen leicht erhöht Richtung Süden. Gleich vor unserem Haus und neben dem Bach.

Einen Schwarm kann man in ein Bienenhaus "einlaufen" lassen, indem man ein Brett schräg vor das Flugbrett stellt, das Brett mit einem weissen Tuch bedeckt und den ganzen Bienenschwarm am unteren Ende des Bretts auf das Tuch schüttet. Dies haben wir genau so gemacht - und es hat geklappt. Der Schwarm ist in das bereitgestellte Bienenhaus eingezogen.

Hier ein Video dazu:


So starteten wir mit einem Naturschwarm, der sich im Verlauf des Jahres prächtig entwickelte. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir markant viel mehr Bienen auf dem Gelände. Man kann sie nun auch bei uns auf 900m bereits sehr früh im Jahr beobachten, wie das Bild unten beweist!


Honigbiene auf Huflattich im Februar

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