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  • Urs

Instandstellung der Seen und Bäche


Ausgangslage

Die beiden großen Seen (2,3ha + 0,8ha), die sich auf unserem Grundstück befinden, wurden von Menschenhand angelegt. Der kleine Teich wurde vor mehr als 100 Jahren und der große Teich 1993 vom früheren Besitzer angelegt. Beide Teiche werden durch den Bach Rebellier gespeist. Die Quelle des Rebellier befindet sich ca. 1,5 km südlich von unserem Grundstück.


Der kleine See von der Seite des Damms

Der grosse See

Der Vorbesitzer war bereits vor 5 Jahren ausgezogen, als wir die Immobilie kauften. Die technischen Einrichtungen der Seen (Mönche, Überläufe, Absetzbecken etc.), die Dämme, die Bachbetten und die Ufer waren seit Jahren nicht mehr gewartet worden.

Alles war mit jungen Birken und Weiden zugewachsen und das Bachbett war komplett mit Erde und vor allem mit Unkraut aufgefüllt, das dort gut wuchs. Wir haben nicht einmal das Absetzbecken gesehen, welches komplett mit Birken bewachsen war. Außerdem war der Damm des kleinen Sees undicht und das Bachbett hatte große Breschen, durch die das gesamte Wasser des Baches direkt in den großen See floss.



Die gesetzlichen Vorgaben für künstliche Seen


Damit die natürlichen Wasserlebensräume geschützt werden, gibt es ein Gesetz, das genau vorschreibt, wie künstliche Gewässer gebaut und unterhalten werden müssen. Für unsere Seen gab es eine Verordnung der DDT (Direction départementale du territoire) aus dem Jahr 2000, in der die Auflagen für diese detailliert beschrieben wurden. In der Verordnung ist zum Beispiel festgelegt, wie viel Wasser wir aus dem Bach entnehmen dürfen, um unsere Seen zu speisen.


Als wir das Grundstück kauften, war bereits klar, dass die Ausstattung der Teiche nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprach und dass wir sie aufrüsten mussten.


Unser Ziel für das Grundstück Combe Prunde ist es, alle vorhandenen Lebensräume zu erhalten und alles zu tun, um die Artenvielfalt zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Dies betrifft insbesondere die trockenen Heiden mit Heidekraut, die Feuchtgebiete und Torfmoore, die Wälder, aber auch die Bäche und Seen.



Die Studie, die neue Verordnung und die Finanzierung


Wir haben uns an einen Spezialisten für künstliche Seen gewandt und er hat uns ein umfangreiches Dossier erstellt mit

  • der Ausgangslage

  • einem Konzept für die zukünftige Versorgung unserer Seen

  • detaillierten Beschreibungen und Plänen für alle Strukturen und Arbeiten, die wir berücksichtigen müssen, um die Seen auf den neuesten Stand zu bringen.

Bevor wir mit den Arbeiten beginnen konnten, benötigten wir die Genehmigung des DDT und der Wasserschutzpolizei für die Arbeiten. Sie prüften die Akte und erstellten eine neue Verordnung, welche die veränderte Situation berücksichtigt. Mit der neuen Verordnung, welche wieder für 30 Jahre gültig ist, genehmigten sie auch die Akte und gaben uns grünes Licht für die Arbeiten.


Gleichzeitig haben wir verschiedene Organisationen gebeten, uns bei der Finanzierung dieses riesigen Projekts durch Zuschüsse zu helfen.

Wir waren sehr froh, als wir von zwei Organisationen positive Antworten bezüglich der Zuschüsse erhielten, zumal die geschätzten Kosten etwa dreimal höher waren, als uns zum Zeitpunkt des Kaufs gesagt wurde.


Die Zuschüsse für die Finanzierung kamen von diesen beiden Organisationen:













Wir sind sehr dankbar für die Entscheidung dieser beiden Organisationen, uns finanziell zu unterstützen!


Da sich unsere Gewässer in der Nähe der Quelle des Baches Rebellier im Einzugsgebiet der Vézère befinden, kann das Projekt einen positiven Einfluss auf das gesamte Ökosystem des oberen Vezèreverlaufs haben.



Das Projekt

In den nachfolgenden Bildgalerien sehen Sie alle geplanten Maßnahmen, jeweils mit der Situation vor, während und nach den Arbeiten.



Neu aufbauen des Damms am kleinen See

Öffnen des Damms auf Höhe des Abflussrohrs, ersetzen des Rohrs durch einen Rohr mit grösserem Durchmesser (40 cm). Wiederaufbau des Damms und Sicherstellen der Dichtigkeit mit einer zusätzlichen Bentonit-Membrane.




Aufhebung der alten Wasseraufteilung

Da die neue Wasseraufteilung neu nur noch den großen See speisen soll, wird sie auf Höhe des kleinen Dammes gebaut. Die alte Verteilung wird komplett entfernt, so dass der Rebellierbach zu 100% in die neue Verteilung fließt. Der kleine See wird künftig nur noch durch das Feuchtgebiet stromaufwärts des kleinen See gespeist.


Die roten Pfeile zeigen das alte Bachbett, das die alte Wasseraufteilung passierte.



Modifikation der Brücke am kleinen Damm

Entfernen der vorhandenen Rohre, Installation von rechteckigen Betonelementen von 1,50 m Breite und 0,7 m Höhe. Mit dieser Massnahme wurde sichergestellt, dass die zunehmend grossen Wassermassen im Winter problemlos passieren können.




Modifikation des Überlaufs beim kleinen See

Verbreitern des vorhandenen Überlaufs mit einem Betonbauwerk, um seine Abflusskapazität zu erhöhen.




Konstruktion eines Not-Überlaufs im kleinen Damm

Sollte der Überlauf die Wassermassen nicht mehr abführen können, würde das Wasser über den unbefestigten Damm abfliessen und diesen unter Umständen abgraben. Damit dies nicht geschehen kann, wird ein Stück von 5 Metern auf dem Damm ca. 20cm abgesenkt und mit sehr grobem Schotter befestigt. Dieser Punkt dient als Not-Ablauf, wo das Wasser ablaufen kann, ohne dass der Damm Schaden nimmt.



Konstruktion eines Fischbeckens beim kleinen Damm

Das Fischbecken dient dazu, beim Ablassen des Sees die Fische aufzufangen.




Rodung des Damms beim grossen See

Die in den letzten Jahren gewachsenen Birken und Weiden müssen komplett zurückgeschnitten werden, damit die Wurzeln nicht die Abdichtung des Deiches durchbrechen.




Konstruktion einer neuen Wasseraufteilung beim kleinen Damm

Die Wasseraufteilung stellt sicher, dass nur die zugelassene Menge (1/3) des Baches zur Speisung des Sees abgezweigt wird. Zusätzlich muss die Abzweigung mit einem Gitter versehen werden, damit keine Tiere aus dem Bach in den See gelangen und umgekehrt.




Ausbaggern und Reparieren des Bachlaufs

Reinigung und Ausbaggern des Bachbettes und verstärken der hangseitigen Wandung auf einer Länge von ca. 550 m.




Ersetzen des Bachübergangs zum grossen Damm

Entfernen der vorhandenen Rohre, Installation von rechteckigen Betonelementen von 1,50 m Breite und 0,7 m Höhe.



Ausbaggern des Absetzbeckens

Entfernen der Bäume und Sträucher, die in oder um das Absetzbecken gewachsen sind. Ausbaggern des Absetzbeckens, um seine Tiefe zu erhöhen. Zusätzlich wurden am Ein- und Auslauf des Absetzbeckens Betonbauwerke errichtet. Dies erhöht die Absetzzeit und damit die Qualität des Wassers am Auslass.